
Anna hat begeistert. Anna hat fasziniert. Anna hat zum nachdenken angeregt. Anna hat mit ihrer Lebendigkeit inspiriert. Was bleibt, ist keine Anekdote, kein einzelner Satz, den ich hier zitieren könnte – und das ist gut so, denn genau das würde der Sache nicht gerecht. Was bleibt, ist eine Frage, die sie beiläufig gestellt hat und die seitdem mitläuft: Woher weiß ich eigentlich, ob ich eine Regel befolge, weil sie richtig ist, oder nur, weil sie immer schon da war?
Das ist keine Frage, die man am Esstisch klärt. Sie bleibt offen, und genau darin liegt ihr Wert. Anna hat mir – ohne es so zu benennen – gezeigt, dass Unabhängigkeit im Weinberuf nicht bedeutet, gegen alles zu sein. Es bedeutet, für nichts automatisch zu sein. Ein kleiner Unterschied auf dem Papier, ein großer im Alltag.
Ich habe an diesem Nachmittag bei Klinker mehr zugehört als gefragt, was bei mir selten vorkommt. Vielleicht, weil ihre Antworten nie fertig klangen, sondern eher wie Zwischenstände eines Denkens, das sie sich nicht nehmen lässt. Kein Vortrag, keine fertige Meinung zum Mitschreiben. Eher das Gefühl, einer Person zuzusehen, die ihr Urteil jeden Tag neu verdient, statt es einmal gefällt zu haben und dann zu verteidigen.
Das ist selten. Und es ist der Grund, warum ich froh bin, dass diese Episode existiert – nicht, weil sie Werbung für irgendetwas wäre, sondern weil sie zeigt, wie ein Beruf aussehen kann, wenn jemand ihn ernst nimmt, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen.
Danke, Anna – dafür, dass du eine Frage dagelassen hast, die ich nicht mehr los werde, und dafür, dass du jetzt zur Podcastfamilie gehörst, auch wenn du dich vermutlich fragen würdest, ob „Familie“ hier überhaupt der richtige Begriff ist. Das würde zu dir passen. Und ich würde dir wahrscheinlich recht geben müssen.
Ein großes Dankeschön an die Schlumberger-Gruppe, für die tolle Unterstützung:

und für alle privaten Kunden, finden sich die Weine aus der Episode beim Bremer Weinkolleg

