
Zwischen zwei Kapiteln. Das ist manchmal der ehrlichste Ort, von dem aus man reden kann.
Es gibt einen Moment in jeder ernsthaften Karriere, den die wenigsten öffentlich zeigen: den Moment zwischen dem letzten Kapitel und dem nächsten. Den Moment, in dem man noch nichts Neues verkünden kann – weil es noch nicht feststeht. In dem man einfach ist, was man ist: jemand mit einem vollen Rucksack und einem noch offenen Kompass.
Max Johne ist gerade in genau diesem Moment. Und wir haben ihn genau dort getroffen.
Was war – und warum es zählt
Wer Max Johnes Weg versteht, versteht auch, warum eine Neuorientierung bei jemandem wie ihm keine Schwäche ist, sondern Konsequenz. Das Caroussel im Bülow Palais Dresden – Eleganz als Grundhaltung. Das Aqua im Ritz-Carlton Wolfsburg unter Sven Elverfeld – drei Sterne, Präzision als Berufsethos. Der Söl’ring Hof auf Sylt – zwei Sterne, Wind, Meer, eine Küche, die zeigt, dass Natur und Niveau kein Widerspruch sind. Und dann Friedrichsruhe: fünf Restaurants, Boris Rommels Zwei-Sterne-Küche im Le Cerf, Württembergs stilles Herz.
Das ist kein Lebenslauf. Das ist ein Destillat aus Jahren, in denen jemand zugehört hat – dem Wein, dem Gast, dem Abend. Und aus denen, in denen er nicht nur serviert, sondern verstanden hat.
Was Übergänge lehren
Was uns in diesem Gespräch am meisten beschäftigt hat, ist genau diese Phase: Was passiert mit einem Sommelier, wenn das Haus wegfällt, das seinen Alltag definiert hat? Was bleibt? Was trägt? Und was will man beim nächsten Mal anders machen?
Max Johne hat diese Fragen nicht ausgewichen. Er hat sie angenommen – mit einer Offenheit, die man in der Spitzengastronomie selten findet, weil dort Stärke oft mit Schweigen verwechselt wird. Was er sagt, klingt nicht nach Enttäuschung. Es klingt nach jemandem, der sich selbst gut genug kennt, um zu wissen: Das Richtige kommt. Und bis dahin lohnt es sich, genau hinzuschauen – auf das, was einen antreibt, auf das, was man wirklich kann, und auf die Frage, wozu man eigentlich Sommelier geworden ist.
Wein als Kompass. Service als Haltung. Gastlichkeit als Überzeugung – nicht als Stellenbeschreibung.
Über all das reden wir in der heutigen Folge. Über Stationen, die prägen. Über den Mut, loszulassen. Und über das, was einen Menschen in diesem Beruf wirklich ausmacht – wenn man ihm die Uniform nimmt und er trotzdem noch genau derselbe ist.
Jetzt reinhören. Manchmal sind die ehrlichsten Gespräche die, die zwischen zwei Kapiteln stattfinden.
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