
Conny Ganß ist eine der Weinfachmenschen, bei denen man das Gefühl hat, dass ihr Lebenslauf so gar nicht glatt und erwartbar wirkt. Schon beim ersten Blick merkt man: Hier stimmt irgendetwas nicht mit dem Bild, das man sich spontan macht.
Sie kommt aus Prien am Chiemsee, hat mit 16 ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau in Bad Reichenhall begonnen und wollte von Anfang an einen Beruf, mit dem man die Welt sehen kann. Soweit so nachvollziehbar. Dann folgt die klassische Station: Sternerestaurant in Österreich, Chef de Rang, Restaurantleiterin, Head Sommelière. Auch das kennt man. Aber dann wird es interessanter. Mit 23 beginnt sie die Sommelier-Ausbildung an der IHK-Akademie in München – und wenige Jahre später unterrichtet sie dort selbst. Von der Schülerin zur Dozentin in vier Jahren. Das ist nicht der übliche Weg.
Dazu kommen Südafrika und Kalifornien, Weinhandel, Sternegastronomie, und irgendwann sitzt sie regelmäßig im Bayerischen Fernsehen und erklärt den Leuten bei „Wir in Bayern“ Wein. Nicht als jemand, der von oben herab belehrt, sondern als jemand, der die Sache zugänglich machen will. Wein ist für alle da – das sagt sie nicht als Marketing-Floskel, das ist bei ihr Programm. Sie ist Botschafterin für Bordeaux und Champagne, akkreditierte Tutorin der École du Vin de Bordeaux, Dozentin für den Champagne-Dachverband und Bildungsmanagerin an derselben Akademie, an der sie selbst gelernt hat.
Was mich neugierig macht, ist nicht die Liste der Titel. Die haben viele. Es ist die Art, wie sich die Stationen aneinanderreihen. Jemand, der die klassische französische Küche und Gastlichkeit von einem Mentor vermittelt bekommen hat, der später als Head Sommelière in der Sternegastronomie arbeitet und dann beschließt, dass er sein Wissen weitergeben will – und das auch tut. Jemand, der zwischen TV, Radio, Events und der Ausbildung der nächsten Generation hin- und herspringt und dabei immer wieder betont, dass es um Geschichten geht, die hinter den Etiketten stecken.
Und dann sind da noch die Dinge, die nicht im Lebenslauf stehen, aber trotzdem dazugehören: der restaurierte VW-Bus, das Rennrad, die Klettersteige, das Skippern, das Schrauben. Eine Frau, die auf dem Berg steht und gleichzeitig weiß, warum ein bestimmter Champagner so schmeckt, wie er schmeckt.
Morgen erscheint die Folge mit ihr im SOMMELIER-Podcast. Ich weiß noch nicht, wohin das Gespräch geht. Aber ich weiß, dass es spannend werden könnte, jemanden zu treffen, der den Weg vom Chiemsee über die Sterneküche und die Welt des Weins genommen hat – und dabei nie den Eindruck macht, als würde er etwas beweisen müssen.
Manchmal reicht es, dass jemand interessant klingt, bevor man ihn richtig kennengelernt hat. Conny Ganß klingt so.
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Dank der Begleitung und Unterstützung der Schlumberger-Gruppe mit den Handelshäusern

und dem Privatkundenportal

ist dieses Format möglich. Vielen lieben Dank!
