
Im Restaurant kommt der Wein zu dir. Jemand trägt die Flasche an den Tisch, hält dir das Etikett hin wie einen Ausweis bei der Kontrolle, gießt einen Schluck ein, und du nickst, als hättest du gerade ein Gutachten unterschrieben.
Im Laden läuft es andersherum. Da gehst du zum Wein. Du stehst vor einem Regal, drehst eine Flasche um, liest den Text auf der Rückseite, verstehst ungefähr die Hälfte, stellst sie zurück und nimmst die nächste. Niemand nickt dir zu. Das kann dauern. Und wenn nicht irgendwann jemand neben dir steht und fragt, wofür der Wein heute gedacht ist, landet am Ende die Flasche im Korb, die das hübscheste Etikett hat. Das ist keine Schande, aber es ist auch kein Plan.
Jetzt stell dir vor, der Mensch, der da neben dir auftaucht, hat selbst jahrelang am Tisch gestanden. Mit der Flasche in der Hand, mit dem Schluck zum Probieren, mit dem Blick, der fragt, ob es schmeckt. Daniel Hasert ist so einer. Er bringt Erfahrung als Restaurantleiter und als Sommelier mit, er ist Sohn von Gastronomen, und heute führt er in Winterbach im Remstal, nahe Esslingen, den Weinfachhandel Daniel’s Weine. Vom Tisch zum Regal, wenn man so will.
Ich finde diesen Wechsel interessanter, als er klingt. Im Restaurant sitzt der Gast schon, bevor du ihn begrüßt hast. Im Laden muss er erst mal reinkommen, und dann steht er da, ohne Tischdecke, ohne Kerze, ohne Reservierung. Gastgeber ist man im Restaurant qua Beruf. Im Laden muss man das ohne Möbel hinkriegen.
Der Laden heißt übrigens Daniel’s Weine. Das hat Vorteile, denn du musst nicht lange überlegen, wen du fragen sollst. Es ist ein Familienbetrieb, und das merkt man am Namen schon: Er steht da, wo andere ein Logo hinhängen.
Was nimmt jemand aus der Gastronomie mit, wenn er die Seite wechselt? Was bleibt davon, was legt man ab wie eine Schürze am Ende der Schicht? Und wie erklärt man Wein einem Menschen, der keine drei Stunden Zeit hat, sondern zehn Minuten und einen Anlass, vielleicht einen Geburtstag, vielleicht einfach Freitag?
Ich habe mit Daniel für den Podcast gesprochen. Was er zu diesen Fragen sagt, hörst du morgen, und ich verrate dir heute nichts davon. Nur so viel: Ich weiß jetzt, wen ich fragen würde, wenn ich in Winterbach vor dem Regal stünde und nicht weiterwüsste.
Morgen erscheint die Folge. Such dir vorher eine Flasche aus dem Regal, die du nicht wegen des Etiketts gekauft hast.
Dank unseres Partners der Schlumberger-Gruppe, mit den Profi-Handelshäuser

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ist es uns möglich, dieses Format zu realisieren. Vielen lieben Dank dafür.
