
Das war mehr als ein Gespräch, dass waren emotionale Lehrstunden.
Sie bringt einen Weg mit, der sich nicht auf eine einzige Rolle reduzieren lässt. Hotelfachfrau, Service in der Sternegastronomie, Head Sommelière, Dozentin, Bildungsmanagerin, TV- und Radio-Expertin, Botschafterin für Bordeaux und Champagne. Das alles ist bekannt. Interessant wird es, wenn man merkt, dass diese Stationen bei ihr nicht als Abfolge von Titeln erscheinen, sondern als fortlaufende Entscheidung, Wissen weiterzugeben, statt es zu behalten. Von der Schülerin an der IHK-Akademie zur Dozentin und Bildungsmanagerin an derselben Stelle. Das ist kein üblicher Sprung. Es ist eine Haltung.
Im Gespräch wird spürbar, wie konsequent sie diese Haltung verfolgt. Wein soll zugänglich bleiben. Nicht vereinfacht, aber auch nicht unnötig kompliziert gemacht. Die Geschichten hinter den Etiketten sind für sie kein netter Zusatz, sondern der eigentliche Inhalt. Wer selbst in der Praxis gearbeitet hat und später die nächste Generation ausbildet, spricht darüber anders. Genauere. Weniger mit dem Bedürfnis, etwas zu beweisen.
Ich bin dankbar, dass Conny Ganß jetzt Teil unserer Podcastfamilie ist. Nicht, weil sie eine weitere Station auf einer Liste darstellt. Sondern weil sie bereit war, diesen Weg in einem langen Gespräch zu teilen – ohne ihn zu glätten und ohne ihn größer zu machen, als er ist. Das ist seltener, als man denkt.
Manche Begegnungen hinterlassen keine großen Erkenntnisse, die man sich an die Wand schreiben möchte. Sie hinterlassen etwas Ruhigeres: die Erinnerung an jemanden, der seinen Beruf ernst nimmt, ohne ihn schwerer zu machen, als nötig. Und der dabei den Eindruck hinterlässt, dass man über Vertrautes noch einmal anders nachdenken kann.
Dafür danke ich Dir, Conny.
Mehr großartige Frauen findest Du natürlich hier:
Vielen lieben Dank diese besonderen Weine, die wir während der Episode präsentieren dürfen:

