
Willkommen bei den Rebsorten von Lodi.
Das Gebiet produziert eine der breitesten Paletten Kaliforniens: aktuell über 136 kommerziell angebaute Sorten, alles Vitis vinifera. Die großen Drei dominieren das Feld. Cabernet Sauvignon führt mit Abstand, gefolgt von Chardonnay und Zinfandel. Zusammen machen sie den Großteil der Ernte aus. Cabernet Sauvignon liefert hier voluminöse, saftige Weine mit dunkler Frucht und weichen Tanninen – ideal für die warmen Tage und kühlen Delta-Nächte. Chardonnay kommt besonders auf der westlichen, etwas kühleren Seite gut zurecht und bringt oft reife, aber nicht überladene Tropfen mit Apfel, Birne und einem Hauch Melone.
Zinfandel bleibt die Seele der Region. Lodi beherbergt mehr alte Zinfandel-Reben als jedes andere Gebiet Kaliforniens. Viele Stöcke stammen aus den 1880er und 1890er Jahren, stehen noch auf eigenen Wurzeln und liefern konzentrierte, würzige Beeren mit Noten von Brombeere, Pfeffer und getrockneten Kräutern. Manche dieser Felder tragen bis heute, obwohl in den letzten Jahren Tausende Hektar gerodet wurden, weil die Preise nicht mehr stimmen.
Dahinter kommen Merlot, Pinot Gris, Sauvignon Blanc und Syrah. Merlot profitiert von den fruchtbaren Böden und ergibt weiche, zugängliche Rotweine. Sauvignon Blanc gewinnt seit ein paar Jahren deutlich an Fläche und bringt frische, tropische Varianten hervor, die weit entfernt sind von den grünen, aggressiven Exemplaren anderer Regionen. Syrah zeigt in den östlichen Sub-AVAs wie Clements Hills und Borden Ranch richtig Biss – dunkle Frucht, Pfeffer und eine angenehme Struktur.
Dann wird es richtig bunt. Lodi ist ein Experimentierfeld für alternative Sorten. Tempranillo, Albariño, Grenache, Petite Sirah, Barbera, Cinsault (besonders die legendären 1886er Bechthold-Vines), Touriga Nacional, Sangiovese, Viognier, Mourvèdre und sogar Raritäten wie Nebbiolo, Pinotage, Zweigelt oder Grüner Veltliner finden hier Platz. Viele dieser Trauben stammen aus mediterranen oder iberischen Klimazonen und fühlen sich in Lodi pudelwohl, weil die Hitze und die trockenen Sommer ihnen zusagen.
Die Winzer nutzen die schiere Größe des Gebiets, um auf kleinen Parzellen zu spielen. Während die großen Player Massenware aus den Klassikern machen, experimentieren die kleineren Betriebe mit Field Blends aus alten Reben oder reinen Raritäten. Das Ergebnis ist eine Region, die nicht nur einen oder zwei Stars hat, sondern ein ganzes Orchester, das je nach Lage und Winzer anders klingt.
Morgen geht’s weiter in die nächsten Kapitel. Aber heute siehst du schon: Lodi ist kein Ein-Themen-Gebiet. Es ist ein riesiger, lebendiger Garten mit Hunderten von Möglichkeiten.
Und es gibt einen kompletten DEEP DIVE zu Kalifornien, von uns mir Florian Richter. Neugierig? Na dann, auf gehts:
Für diese aktuelle Episode haben uns sehr engagierte Importeure Weine aus der AVA Lodi zur Verfügung gestellt,
vielen lieben Dank dafür:

