
Unsere Folge ist lang geworden. Zwei Stunden und vierundzwanzig Minuten sind eine Ansage. Auf dem Papier könnte man meinen, dafür müsse es schon einiges zu erzählen geben. Und ja, Thomas Bergk hat einiges erlebt. Aber die Länge dieser Folge erklärt sich für mich weniger aus den Stationen eines Berufslebens als aus der Art, wie er über diesen Beruf spricht.
Da ist Erfahrung, ohne dass sie ständig vorgeführt werden muss.
Das gefällt mir.
Manche Gespräche enden, wenn das Mikrofon ausgeschaltet wird. Andere bleiben noch ein wenig im Raum.
Vielleicht liegt es daran, dass man während des Gesprächs längst nicht alles aufnimmt. Ein Satz bleibt hängen. Eine Bemerkung kommt einem später wieder in den Sinn. Man denkt über eine Antwort nach, die im Moment ganz selbstverständlich klang und erst mit etwas Abstand ihre Genauigkeit zeigt.
So ging es mir mit Thomas Bergk.
Thomas Bergk kennt die Gastronomie über viele Jahre. Er kennt den Service, den Wein, Gäste und die kleinen Verschiebungen, die ein Beruf mit der Zeit erfährt. Er hat Entwicklungen kommen sehen und wieder verschwinden sehen. Vielleicht entsteht daraus irgendwann eine gewisse Gelassenheit. Vielleicht auch die Freiheit, eine eigene Meinung zu haben, ohne sie bei jeder Gelegenheit verteidigen zu müssen.
Im Gespräch ist davon einiges zu spüren.
Er hört zu. Dann kommt seine Antwort. Manchmal sehr direkt. Manchmal mit einem kleinen Umweg. Und gelegentlich mit jener trockenen Selbstironie, die Gespräche angenehmer macht, weil sie niemanden zwingt, sich selbst allzu wichtig zu nehmen.
Das ist gerade in einer Branche interessant, in der so vieles über Geschmack, Bewertung und vermeintliche Gewissheiten gesprochen wird.
Thomas Bergk scheint damit ziemlich entspannt umgehen zu können.
Vielleicht, weil er längst weiß, dass ein Restaurant nicht auf dem Papier stattfindet.
Es findet am Tisch statt.
Bei einem Gast, der sich wohlfühlt. Bei einem Wein, der im richtigen Moment ausgeschenkt wird. Bei einem Gespräch, das nicht geplant werden kann. Und bei einem Gastgeber, der seinen Beruf nach vielen Jahren noch immer ernst nimmt, ohne sich selbst dabei zu ernst zu nehmen.
Heute ist Thomas Bergk Restaurantleiter und Sommelier im SCHORN by Lukas Schild in Düsseldorf. Das Haus trägt Geschichte in sich, während sich gleichzeitig ein neues Kapitel entwickelt. Für einen Menschen wie Bergk ist das ein passender Ort: ein Restaurant, in dem Erfahrung und Gegenwart miteinander arbeiten müssen.
Was mir von unserem Gespräch besonders geblieben ist, lässt sich deshalb schwer in einem einzelnen Gedanken zusammenfassen.
Es ist eher ein Eindruck.
Dass man sich mit Erfahrung nicht größer machen muss.
Dass eine eigene Meinung ihren Wert gerade dann behält, wenn man über sie auch lachen kann.
Und dass ein guter Gastgeber vielleicht vor allem eines können muss: aufmerksam bleiben. Für Menschen. Für Veränderungen. Für den Moment.
Dafür möchte ich Thomas Bergk danken.
Für seine Zeit, seine Offenheit, seine Geschichten und für die vielen Gedanken, die dieses Gespräch bekommen hat, ohne dass sie sich beeilen mussten.
Und natürlich dafür, dass er jetzt Teil unserer Podcastfamilie ist.
Wir sind dankbar, Thomas Bergk dabei zu haben.
Die Folge ist veröffentlicht. Das Gespräch ist geführt.
Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass man sich mit Thomas Bergk noch eine ganze Weile weiter unterhalten könnte.
Am besten an einem Tisch.
Mit etwas Zeit.
Und einem guten Glas Wein.
Und auf zur Episode – hier direkt:
Die Schlumberger-Gruppe unterstützt dieses Format – vielen lieben Dank dafür.
Und die Schlumberger-Gruppe besteht aus den Handelshäusern

und dem Bremer Weinkolleg für private Kunden

