
Ihr Weg beginnt mit einer Ausbildung zur Hotelfachfrau im Söl’ring Hof auf Sylt, einem Haus, in dem Service nicht als Begleitung der Küche verstanden wird, sondern als eigene Disziplin. Danach folgen Obauer in Werfen, die Traube Tonbach in Baiersbronn, später der Zauberlehrling in Stuttgart und heute das Gasthaus Zur Linde. Wer diese Stationen nur als Lebenslauf liest, übersieht den eigentlichen Punkt. Sie führen durch sehr unterschiedliche Formen von Gastlichkeit: norddeutsche Präzision, österreichische Hochküche, Schwarzwälder Grandezza, urbane Stuttgarter Restaurantkultur.
Anna hat ihre Ausbildung zur IHK-geprüften Sommelière an der Deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz absolviert. 2026 belegte sie beim Wettbewerb „Nachwuchssommelier des Jahres“ den zweiten Platz und erhielt zusätzlich den erstmals vergebenen Sonderpreis „Nachwuchssommelière des Jahres“. Kurz darauf wurde sie von Der Feinschmeckerin die Auswahl „Top 30 unter 30“ aufgenommen. Das sind sichtbare Markierungen. Interessanter ist, was sie andeuten.
Die Sommellerie verändert sich. Lange war sie in vielen Restaurants eine Kunst der sicheren Behauptung: große Karte, große Namen, große Gesten. Heute reicht das nicht mehr. Gäste trinken anders, fragen anders, zweifeln anders. Sie wollen nicht unbedingt belehrt werden, aber sie merken sofort, ob jemand nur empfiehlt oder wirklich zuhört. Junge Sommeliers müssen beides können: fachlich präzise arbeiten und zugleich erkennen, wann ein Tisch keine Vorlesung braucht.
Gerade darin liegt Annas Bedeutung für diese Folge. Sie steht für eine Generation, die Wein nicht kleiner macht, aber zugänglicher denkt. Nicht über Vereinfachung, sondern über Genauigkeit im richtigen Moment. Eine gute Empfehlung ist selten die spektakulärste Flasche. Oft ist sie diejenige, die an diesem Abend nicht stört, sondern das Essen trägt, das Gespräch nicht unterbricht und trotzdem im Gedächtnis bleibt.
Morgen erscheint die neue Folge von SOMMELIER. Dich erwartet kein Gespräch über Etiketten und Wettbewerbe, sondern eine Begegnung mit einer Sommelière, deren Weg bereits viel über die Gegenwart der Gastronomie erzählt. Über Ausbildung. Über Tempo. Über Verantwortung am Tisch. Und über die leise, schwierige Kunst, Wein so zu servieren, dass er nicht erklärt werden muss, bevor er wirken darf.
Noch einen anderen Ausblick in die Zukunft, schenkt und diese junge SOMMELIERE:
Vielen Dank an die Schlumberger-Gruppe, für die tolle Unterstützung:

