
In der modernen Sommellerie gibt es diese stillen Profis, die nie die Show stehlen wollen – und genau dadurch alles verändern. Carine verkörpert diese Haltung wie wenige. Geboren in Portugal, aufgewachsen in Paris, seit vielen Jahren in Deutschland verwurzelt, hat sie über zwei Jahrzehnte in Sternerestaurants wie dem Jellyfish in Hamburg oder bei Thomas Schanz an der Mosel gearbeitet, bevor sie 2019 zu Joh. Jos. Prüm wechselte. Dort ist sie heute als Sales Manager und Sommelière für eines der ikonischsten Riesling-Weingüter der Welt verantwortlich – und nebenbei noch als Beraterin unterwegs. 2020 wurde sie die erste Frau, die den Titel „Best Sommelier of Portugal“ gewann. Das klingt nach Glanz, ist aber bei ihr vor allem eines: Konsequenz einer leisen Disziplin.
Die Sommellerie ist im Kern keine Bühne. Sie ist die Kunst der Wahrnehmung. Man steht nicht im Rampenlicht, man schärft es für andere. Man beobachtet den Gast, den Moment, die winzigen Schwankungen in der Stimmung am Tisch – und findet genau den Wein, der all das zusammenbringt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Carine beherrscht diese Kunst meisterhaft.
Was in der Podcastfolge so besonders spürbar wurde, war ihr Gespür für Zwischentöne. Sie spricht über Wein nicht als Statussymbol oder Aromen-Bingo, sondern als lebendige Beziehung. Zwischen Flasche, Mensch, Jahreszeit, Laune und Kontext. Ihr Umgang mit Weinbegleitung hat etwas Patricio’sches: aufmerksam, extrem differenziert, dabei aber immer unaufdringlich. Der Wein soll nicht dominieren, er soll den Moment veredeln – wie ein guter Gesprächspartner, der genau im richtigen Augenblick das sagt, was alle schon fast gedacht, aber noch nicht ausgesprochen haben.
Ihre Kommunikation ist klar und ruhig, fast schon philosophisch, ohne je belehrend zu wirken. Man hört ihr zu und merkt plötzlich, wie viel man selbst noch nicht wahrgenommen hat. Das ist selten. Und es ist bereichernd.
Wir sind dankbar, dass sie jetzt zur Podcastfamilie gehört. Nicht weil sie „prominent“ ist – sondern weil sie eine Haltung mitbringt, die in unserer lauten Zeit besonders wertvoll ist: die Fähigkeit, genau hinzuhören und dann präzise, aber sanft zu antworten.
Wer Carine erlebt, versteht, warum gute Sommellerie nie laut sein muss, um tief zu wirken. Sie ist wie ein hervorragender Wein selbst: In der Jugend manchmal noch zurückhaltend, mit den Jahren immer komplexer, nuancierter und gleichzeitig entspannter. Man genießt sie nicht, um anzugeben. Man genießt sie, weil sie den Augenblick besser macht.
Danke, Carine. Für die Tiefe, die Ruhe und die vielen feinen Beobachtungen, die nachklingen – lange nachdem das Mikrofon schon aus ist.
Frau haben in der SOMMELERIE einen ganz eigenen Stellenwert und bereichern diese so ungemein, wie diese:
Wir sind richtig stolz, dass wir die Weine von so unglaublich tollen Produzenten hier präsentieren dürfen:

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