
Morgen erscheint eine Folge, die auf den ersten Blick nach „Business“ aussieht – und sich dann als etwas ganz anderes entpuppt: als Gespräch über Wein als Kultur, als Markt, als Beziehung. Mein Gast ist Rudolf Knickenberg, CEO und Geschäftsführer der Schlumberger Vertriebsgesellschaft. Ein Mann, der genau dort sitzt, wo sich die Fäden der Branche treffen: zwischen den Winzern dieser Welt, den Weinkarten der Gastronomie, dem Fachhandel – und dem Moment, in dem Du am Tisch sitzt und entscheidest, ob Du heute „ein Glas“ willst oder ein kleines Erlebnis. Knickenberg ist damit nicht nur Entscheider. Er ist Übersetzer.
Was viele nicht wissen: Sein Weg beginnt nicht in einer Vorstandsetage, sondern „von der Pike auf“. Öffentlich dokumentiert ist, dass er mit einer Kellner-Lehre startete und später als Sommelier im Spitzenrestaurant „Die Ente vom Lehel“ arbeitete, bevor er 1982 zur Sektkellerei Deinhard wechselte und sich früh in Führungsrollen hochzog – unter anderem als Geschäftsführer der Deinhard-Tochter „Domaine & Château“. Diese Biografie ist nicht nur spannend, weil sie nach klassischem Aufstieg klingt, sondern weil sie erklärt, warum Knickenberg heute so spricht, wie er spricht: weniger wie ein Manager, mehr wie jemand, der Service, Gästedruck und Realität wirklich kennt.
Seit rund zwei Jahrzehnten führt er die Schlumberger-Gruppe – und das ist in Deutschland nicht irgendein Name. Schlumberger ist für viele Restaurants, Sommeliers und Händler so etwas wie das Rückgrat, wenn es um Premium-Distribution geht: ein Portfolio, das nicht nur „Marken“ bewegt, sondern Weinwelten. Knickenberg selbst betont immer wieder die Bedeutung eines übersichtlichen, gezielt kuratierten Sortiments, damit Kunden nicht in Orientierungslosigkeit versinken. Das klingt nüchtern – ist aber eigentlich ein kulturpolitischer Satz. Denn wenn zu viel Lärm im Regal ist, verliert am Ende auch das Gute seine Stimme.
Genau hier wird diese Episode interessant: Wir sprechen nicht nur über Prestige und große Namen, sondern über das, was im Hintergrund wirklich zählt. Wie verändert sich Genuss, wenn Personal fehlt? Was passiert, wenn Trends nicht mehr aus Leidenschaft entstehen, sondern aus Zeitmangel? Knickenberg hat sich zuletzt auch sehr konkret zu Entwicklungen wie hochwertigen Pre-batched Cocktails geäußert – nicht als Lifestyle-Spielerei, sondern als Reaktion auf die Realität vieler Betriebe. Und plötzlich wirkt „Innovation“ nicht wie Marketing, sondern wie eine praktische Rettungsleine im Alltag.
Und dann ist da das Thema Verantwortung. Schlumberger ist FAIR’N GREEN-zertifiziert – und Knickenberg macht deutlich: Nachhaltigkeit ist mehr als ein Bio-Label am Weinberg. Es geht auch um ökonomische Stabilität, soziale Verantwortung, Organisation. Also um etwas, das in der Branche gerne vergessen wird: dass Ethik nicht nur im Weinberg beginnt, sondern im Betrieb endet – oder scheitert.
Wenn Du Wein liebst, wirst Du diese Folge mögen. Nicht, weil sie Dir neue Etiketten aufzählt. Sondern weil sie Dir eine neue Perspektive schenkt: Wein als Luxus, ja. Aber auch als Alltag. Als Gespräch. Als Entscheidung. Als Kulturtechnik. Rudolf Knickenberg ist jemand, der diese Ebenen zusammendenkt – und genau deshalb lohnt sich das Zuhören.
Morgen ist Release. Und ich verspreche Dir: Nach dieser Episode siehst Du nicht nur Weinkarten anders. Du siehst auch, wer sie möglich macht.
Alle über 90 Sommeliers findest Du überall wo es Podcast gibt, wie zum Beispiel diesen hier:
Nicht nur Rudolf Knickenberg, sondern der gesamten Schlumberger-Gruppe,
ein ganz großes Dankeschön, für die so tolle Unterstützung

