
Steiermark – Was man gesehen haben muss
Wer die Südsteiermark nur vom Weinglas aus kennt, verpasst die Landschaft, die diesem Wein erst seinen Charakter gibt. Zwischen Gamlitz und Ehrenhausen ziehen sich die Rieden wie Fingerabdrücke über die Hügel, so steil, dass man sich beim Wandern fragt, wie hier überhaupt jemand mit einer Lesekiste hochkommt. Genau das sollte man tun: die Südsteirische Weinstraße nicht mit dem Auto abfahren, sondern zumindest ein Stück zu Fuß oder mit dem Rad, etwa entlang des berühmten Kranachbergs bei Gamlitz oder hinauf zum Nussberg bei Ratsch, wo Weingut Gross seine Grand-Cru-Lagen bewirtschaftet. Der Ausblick von dort, über Weinzeilen bis nach Slowenien, erklärt in dreißig Sekunden mehr über Terroir als jede Verkostungsnotiz.
Ein Pflichttermin ist die Kapelle „Pyramide“ bei Kitzeck im Sausal, der höchstgelegenen Weinbaugemeinde Österreichs, ebenso wie die berühmte Ölbergstiege in Kitzeck, ein Stufenweg mitten durch die Weingärten. Wer es lieber gemütlich mag, bucht sich in eine der zahlreichen Buschenschänken ein, etwa bei den hier vorgestellten Familien Sattler, Scharl oder Trapl, wo man nicht nur trinkt, sondern auch versteht, warum diese Weine so schmecken, wie sie schmecken. Die Weinstraße lebt von diesen persönlichen Stopps mehr als von jeder Sehenswürdigkeit mit Eintrittskarte.
Wer über die Grenzen der Südsteiermark hinausblickt, sollte dem Vulkanland einen Tag einräumen. Die Landschaft um St. Anna am Aigen, geformt von längst erloschenen Vulkanen, wirkt sanfter als die Côte-de-Nuits-artigen Steilhänge im Süden, ist aber geologisch die spannendere Geschichte: Basalt und Kalk treffen hier aufeinander wie zwei Verwandte, die sich nie ganz einig werden. Die Tuffsteinkeller in der Region und die Riegersburg, eine der markantesten Burgen Österreichs, gehören auf jede Liste, ebenso ein Abstecher zu den Kürbisfeldern, die der Region ihr zweites flüssiges Aushängeschild bescheren, das Kürbiskernöl.
Im Westen schließlich wartet das Schilcherland mit einer völlig anderen Tonlage: sanfter, grüner, mit Buschenschänken wie jener von Weingut Trapl in St. Stefan ob Stainz, wo man den schrillen Rosé aus Blauem Wildbacher direkt am Ursprung verkostet. Ein Ausflug zum Schloss Stainz, dessen historischer Weingarten bis auf Erzherzog Johann zurückgeht, verbindet Kulturgeschichte mit Weingeschichte auf eine Art, die man in kaum einer anderen Region Österreichs findet.
Wer diese drei Gesichter der Steiermark, Südsteiermark, Vulkanland und Schilcherland, an einem verlängerten Wochenende bereist, versteht danach mehr über österreichischen Weißwein als aus zehn Büchern.
Auch Gerhard hat super interessante Tipps, hier kannst Du sie hören:
Dank dem TOURISMUSVERBAND SÜDSTEIERMARK

und WEINE STEIERMARK,

war diese Episode möglich. Vielen lieben Dank dafür!
