
Morgen: Eine, die mit 19 anfing – und seitdem nicht aufgehört hat.
Manche Karrieren beginnen mit einem Masterplan. Studium, Praktikum, LinkedIn-Optimierung, Netzwerkveranstaltung mit kaltem Sekt. Und dann gibt es Karrieren wie die von Katrin Berboth: Die fingen an einem Geburtstag an, mit einem guten Schlückchen Wein, einem Vater, der sagte: „Mach das mal“, und einer Tochter, die das offenbar sehr ernst genommen hat.
Morgen erscheint unsere neue Folge. Und ich freu mich ehrlich gesagt schon ziemlich darauf, dass du sie hörst.
Jüngste, schnellste, gründlichste
Katrin war mit 22 Jahren vermutlich die jüngste Person in Deutschland, die gleichzeitig einen IHK-Sommelier und ein WSET Level 3 Zertifikat abgeschlossen hatte. Das klingt nach einem Rekord für Brancheninsider – ist aber eigentlich eine Geschichte über Fokus. Wer in diesem Alter, ohne jahrzehntelange Weinkeller-Biografie, auf diesem Niveau landet, hat nicht einfach Talent. Der hat auch entschieden, dieses Talent ernst zu nehmen.
Nach ihrer Ausbildung im Hotel Restaurant Zur Post in Odenthal – kombiniert mit einem gastronomischen Betriebswirt – zog es sie ins Gut Lärchenhof in Pulheim, wo sie der riesige Weinkeller hingebracht hatte. Das ist, nebenbei bemerkt, keine schlechte Adresse für jemanden, der verstehen will, wie Wein und Küche zusammenwachsen können. Und dann kam Münster.
Das Artischockenherz als Bühne
Das Coeur d’Artichaut am Alten Fischmarkt ist Münsters Zwei-Sterne-Restaurant – geführt von Frédéric Morel, dessen Küche die Bretagne mit Westfalen und kreolischen Einflüssen aus La Réunion verbindet. Ein Haus, das sich selbst als „Casual Fine Dining“ beschreibt, was zutreffender ist, als es klingt: Man sitzt hier nicht in ehrfürchtiger Stille mit weißen Handschuhen, sondern in einer Wohnzimmeratmosphäre, die trotzdem höchste Ansprüche stellt.
In diesem Kontext arbeitet Katrin Berboth. Sie bietet neben der regulären Getränkebegleitung auch eine „Prestige“-Weinbegleitung an und verantwortet eine Weinkarte mit Schwerpunkt auf deutschen Weißweinen und Frankreich. Der Restaurantführer Gusto attestiert ihr, Weinbegleitungen zusammengestellt zu haben, die auf die Aromatik der Gerichte sehr gut abgestimmt sind. Was sich trocken liest, ist in der Praxis eine echte Leistung – weil es voraussetzt, dass man nicht nur Wein versteht, sondern auch Küche. Und Menschen.
Die Frage, die mich wirklich interessiert
Im Gespräch haben wir über etwas geredet, das mich schon länger beschäftigt: Was sucht ein Mensch eigentlich, wenn er in einem Zwei-Sterne-Restaurant sitzt und um eine Weinempfehlung bittet? Sicherheit? Überraschung? Das Gefühl, in guten Händen zu sein? Katrin hat dazu eine Haltung – keine abstrakte, sondern eine, die aus echter Arbeit am Gast entstanden ist.
Sommellerie als Beziehungsgestaltung. Weinservice als Dialog, nicht als Monolog. Trinkreife als Haltungsfrage, nicht als Technik. Das sind keine Schlagworte – das sind Themen, die wir in dieser Folge wirklich durchdenken.
Morgen. Überall, wo es Podcasts gibt. Ich glaube, du wirst sie mögen.
Wein kann so wunderbar neu gedacht werden, wie hier:
Ein großes Dankeschön an unseren Partner die Schlumberger-Gruppe, für die Unterstützung und Begleitung

