
Kennst Du das, wenn man sich nach dem Podcast fragt: „Mist, was hat er nochmal gesagt? Das war echt gut.“Geht mir oft so. Und einige der Gedanken, die ich besonders wertvoll fand, habe ich hier für dich zusammengefasst.
Welchen darüber hinaus, fandest Du noch gut?
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Die Definition eines Sommeliers hat sich über die Jahre sehr verändert.
Ein Sommelier in einem Restaurant hat ähnliche Aufgaben und vor allem Gespräche wie ein Sommelier im Handel, nur dass der Sommelier im Restaurant eine andere Flaschenanzahl veräußert.
Man darf bei den Sommeliers durchaus unterscheiden zwischen den Kernthemen-Spezialisierten und den Allroundern.
Überbelastung ist auch in unserer Branche allgegenwärtig, und man kann durchaus sagen: Je erfolgreicher man ist, desto höher ist die Belastung.
Ich habe noch keinen erfolgreichen Sommelier-Kollegen getroffen, der nicht notorisch überlastet war und kurz vorm Burn-out stand.
Die Wirtschaftlichkeit sollte vor allem anderen stehen, weil in Schönheit sterben ist dann trotzdem tot.
Sommeliers sollten sich viel mehr mit Kennzahlen und „how to make money“ beschäftigen.
Es gibt einen Grund, warum Sommeliers bei Controllern einen so schlechten Ruf haben.
Kaum ein Unternehmen legt noch einen nachhaltigen und wertsteigernden Weinkeller an. Meistens drehen sich die Weine binnen ein oder zwei Jahren.
40 % einer Restaurantrechnung sollte der Sommelier verantworten.
Dadurch, dass naturgemäß ein Gast nur eine begrenzte Aufnahmekapazität hat, muss man diese so effizient wie möglich nutzen.
Gewinnmaximierung geht nicht selten zu Lasten des Konsumenten bzw. der Qualität.
Weit über dem Kommerz steht die Kundenbindung und das Restauranterlebnis.
Erschreckend, wie selten Führungspersonen ihren Sommeliers und deren Weitsicht und Kompetenz vertrauen.
Ist die Zeit der großen Weinkarten nicht vorbei?
Warum hat noch niemand Cidre wirklich entdeckt? Es gibt so viele kleine und qualitativ hochwertige Produzenten. Es ist wirtschaftlich und liefert den Gästen einen enormen Erlebniswert.
Das Gästeerlebnis über die direkte Wirtschaftlichkeit zu stellen, dient nicht selten einer enormen Kundenbindung.
Downselling ist gravierend unterschätzt.
Wein ist vieles, aber Wein ist definitiv nicht nachhaltig.
Die meisten Weintrinker wissen nicht, dass man dem Wein sehr viel Chemie zusetzen darf, ohne es deklarieren zu müssen.
Eine gute Entwicklung sind QR-Codes, da sie zur Transparenz und somit auch zur Glaubwürdigkeit der Weine beitragen und ihnen ein wenig den verträumten Zauber nehmen.
Erstaunlich, dass Menschen sich eine Flasche Amarone mit 16,5 Vol% bestellen, dass aber bei Sherry undenkbar wäre.
Wein ist politisch.
Man kann auch beim Wein nicht unpolitisch sein. Der Unterschied ist nur, ob man es bewusst lebt oder ignoriert.
Die Barbranche geht viel bewusster mit Problemen in ihrer Arbeitswelt um. Sei es Gewalt, Nachhaltigkeit, Treatment oder Gesundheit.
Wenn wir nicht für demokratische Werte einstehen, werden wir diese nach und nach verlieren. Auch in der Wein- und Arbeitswelt.
Man darf sich mit seiner Moral nicht nur auf das Recht berufen, sonst verlieren wir unsere gesellschaftlichen Grundwerte und vor allem unsere Moral.
Wir sollten in der Weinbranche oft ein wenig kritischer mit uns und der Branche sein, anstatt es immer durch eine rosarote Brille zu sehen und es auch genau so zu vermitteln.
Wir alle in der Weinbranche und federführend die Sommeliers sollten die Initiative zur Nachhaltigkeit ergreifen, damit wir mit einem guten Gewissen auch weiterhin auf diesem Planeten leben können.
Skandinavien geht einmal mehr mit einem guten Beispiel voran und bestellt Weine in PET-Flaschen, die 52 g statt 420 g wiegen.
Den gleichen Wettbewerb hat Florian Richter gewonnen und hier wäre seine Episode:
Und nicht zuletzt bei unserem Partner, der Schlumberger-Gruppe,
möchte ich mich aufs allerherzlichste dafür bedanken,
dass sie uns seit über zwei Jahre nun schon unterstützen. Vielen lieben Dank.

