
Preview – Caro Maurer MW
Du kennst das Gefühl, wenn jemand über Wein spricht und plötzlich alles leiser wird. Kein Theater, kein Name-Dropping, keine großen Gesten. Einfach jemand, der hinschaut, riecht, schmeckt – und dann in Sätzen spricht, die sitzen. Ohne Schnörkel. Genau das ist Caro Maurer MW.
Morgen erscheint die Folge mit ihr. Und ich sage Dir ehrlich: Ich freue mich wie ein kleines Kind, das endlich die gute Schokolade aus dem Schrank darf. Nicht weil sie die erste Frau aus dem deutschsprachigen Raum ist, die 2011 den Titel Master of Wine bekommen hat. Das ist beeindruckend, klar. Aber das Interessante beginnt erst dahinter.
Caro schreibt seit über dreißig Jahren über Wein. Für den General-Anzeiger in Bonn, für den Feinschmecker, für Decanter. Sie unterrichtet, sie juriert, sie berät. Und trotzdem hat man nie das Gefühl, dass sie einem etwas beweisen will. Im Gegenteil. Bei ihr geht es um das, was der Wein tatsächlich erzählt – und nicht um das, was man ihm andichten könnte. Sie hat selbst einmal gesagt, dass sie über Essen immer leichter schreiben konnte als über Wein. Und genau deshalb hat sie sich tiefer reingearbeitet. Nicht um schlauer zu wirken. Sondern um ehrlicher zu sein.
Das merkt man. Ihre Texte sind klar wie ein gut gekühlter Riesling an einem warmen Tag. Kein Pathos, keine überladenen Metaphern. Dafür Präzision, Beobachtungsgabe und dieser feine Sinn dafür, was einen Wein wirklich erzählenswert macht. Sie kann einen Spätburgunder so beschreiben, dass man die Wärme des Jahrgangs spürt, ohne dass es kitschig wird. Sie kann erklären, warum ein Wein einfach nur Spaß macht – und man nickt und denkt: Ja, genau so ist es.
In unserer Reihe „Sommelier & Friend“ kommt sie genau deshalb vor. Nicht als Sommelière. Sondern als jemand, der die Brücke baut zwischen dem, was im Glas ist, und dem, der davor sitzt. Zwischen Wissen und Neugier. Zwischen dem Fachpublikum und dem, der einfach nur einen guten Schluck will. Sie macht Wein zugänglich, ohne ihn klein zu reden. Und sie nimmt ihn ernst, ohne ihn zu verklären.
Was mich an ihr fasziniert: Diese Mischung aus bayerischer Bodenständigkeit und internationaler Weitsicht. Die Frau, die Schafkopf spielt und gleichzeitig Regional Chair und inzwischen Resident Co-Chair bei den Decanter World Wine Awards ist. Die, die sagt, dass Lernen für sie der wahre Luxus ist. Und die es schafft, komplexe Zusammenhänge so zu erzählen, dass man danach das Gefühl hat, man hätte selbst etwas verstanden – und nicht nur zugehört.
Morgen kommt die Folge. Ich will Dir nicht verraten, worüber wir gesprochen haben. Nur so viel: Es geht um mehr als um Titel und Stationen. Um die Art, wie man Wein begegnet, wenn man ihn wirklich kennt. Und um die leise Überzeugung, dass gute Vermittlung heute weniger mit Hierarchie zu tun hat als mit Offenheit, Präzision und Interesse, also richtigem Interesse.
Bis morgen.
Wir hatten auch schon andere „Friends“ – bei SOMMELIER, Episoden wie diese:
Möglich ist dieses Projekt dank unseres engagierten Partners, der Schlumberger-Gruppe.
Für Profis, gibt es hier die Handelshäuser:

und für private Weinliebhaber, dass Bremer-Weinkolleg. Viel Spaß beim stöbern und schoppen

