RÜCKBLICKE – WISSEN – SPIEGELUNGEN AUS DER WEINWELT

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Manchmal reicht es nicht, zuzuhören.


Dann ist es toll, diese Weingedanken nachlesen zu können, um sich der eigentlichen Wertigkeit bewusst zu werden.


Wein ist eben nicht Mathematik, Physik oder Chemie, sondern so viel mehr.

Definitiv hat jeder Kontinent eine eigene aromenbasierte Weinsprache, aber in den Weinschulen in Asien arbeitet man für die Verständigung mit europäischen Früchten, nicht zuletzt, um nicht jeden Wein mit Jasmin zu beschreiben.

Bei Weinbeschreibungen gibt es internationale Standards und außerhalb dieser Standards sollte man auf professioneller Ebene auch nichts verwenden.

Nicht selten machen wir den großen Fehler, dass wir Weine sezieren, sprich, dass wir Weine zu sehr auseinandernehmen, statt das Ganze und Besondere zu sehen.

Gerade bei stark gereiften Weinen kann man nicht mehr einzelne Segmente betrachten, da diese zu einem großen Ganzen zusammenwachsen.

Guts- und Orts-Spätburgunder sind wesentlich besser als „Trinkweine“ geeignet als GG’s, da die Frucht definierter und unverschleierter und die Qualität oft enorm hoch ist.

Großartige Roséweine können wirklich nahezu alles, reifen, begleiten, begeistern, und doch macht man realistisch extrem selten eine Flasche auf.

Beim Wein ist ein Genussfaktor sehr wichtig.

Anstrengende Weine probiert man – aber genießt man diese wirklich – eher nicht.

Es gibt in dieser Weinwelt immer etwas zu entdecken und zu lernen. Nimm z. B. Koshu. Unfassbar begeisternd. Aber es gibt wenig gute, und der Durchschnitt ist langweilig.

Es ist großartig, Entdeckungen machen zu dürfen. Aber wie viele von den Entdeckungen sind nachhaltig oder bleiben für den Rest des Weinlebens wirklich präsent?

Ein kleines Gläschen Meursault jeden Tag, das wäre schon nett.

Richtig besondere Weine möchte man mit Personen teilen.

Hochwertige Weine bitte nie zu spät oder nach zu vielen ohnehin schon besonderen Weinen öffnen, man kann sie sonst nicht in voller Güte oder mit ganzer Sinnesfreude genießen.

Der Wert einer Flasche Wein resultiert aus der Freude, ihn teilen zu können.

Nach dem Diplom mag man meinen, viel zu wissen, aber nach dem MW realisiert man: Eigentlich weiß man so unglaublich vieles noch nicht.

Jeder Tag ist Lernen.

Jeder Wein, den man probiert, ist pures Learning.

Wein hat geschmacklich keine Standards, da jeder anders empfindet.

„Concepts in Wine Chemistry“ von Yair Margalit ist eine Bibel, um Wein wissenschaftlich zu verstehen.

Jeder noch so große Weinexperte hat gelegentlich Aromenblindheiten/-toleranzen. Der eine schmeckt keinen Brett, der andere tut sich mit TCA oder Vanillin schwer.

Nur 2 % aller Kandidaten bestehen die MW-Prüfung beim ersten Mal.

Der Titel MW hat sich innerhalb von einem Jahr amortisiert.

Ich kenne keinen deutschen MW, bei dem es sich wirtschaftlich nicht gelohnt hat.

Weine verkosten ist eines wenigen Felder, die noch nicht von einer KI bespielt werden können.

Die Monopolstellung, wie seinerzeit Parker sie innehatte, wird wohl nie wieder vergeben werden.

Ist bei einem Sommelier das Weinwissen oder die Persönlichkeit wichtiger? Ich denke, die Antwort darauf erklärt die Position der KI als Ersatz-Sommelier.

Die menschliche Komponente beim Wein ist nicht ersetzbar und wird hoffentlich auch nicht kommen.

Es ist toll, dass es einen Bereich gibt, der rein menschlich beurteilt werden kann, und das ist Wein.

Auch wenn Jancis Robinson und andere Weltweingrößen einzigartige Persönlichkeiten mit einem enormen Standing sind, haben sie nicht mehr die Macht, die ein Parker vor 30 Jahren hatte, um die Weinwelt eigen zu definieren und zu deformieren.

Piwi’s befinden sich zu 100 % noch auf einer theoretischen Ebene. Die Piwi’s, die es derzeit gibt, haben eine Kernkompetenz, und das ist die Aromatik. Nicht die Tiefe, nicht die Komplexität, es geht ausschließlich um das Aroma. Darum sind die guten Weine, die daraus resultieren, nett, trinkbar, aber noch nicht groß.

Der Nachteil der armen Piwi’s ist, dass sie dort gepflanzt werden, wo konventionelle Rebsorten nicht bestehen können. Zu nass und/oder zu kühl. Welcher wirklich große Wein soll dort entstehen?

Es weiß eigentlich noch niemand wirklich, wie er mit Piwi’s wirklich umgehen soll, da es bei den Piwi’s noch absolut keine Erfahrungen gibt.

Die derzeitigen Piwi’s haben wirklich vieles – aber keine sexy Namen. Das hilft nicht wirklich.

Piwi’s ist nicht die Zukunft des Weines, es ist eine Sparte.

Vielleicht helfen uns die Erkenntnisse aus der Piwi-Forschung auch dabei, konventionelle Rebsorten so zu modellieren, dass sie pilzresistent werden. Wir befinden uns also in einem großartigen Prozess.

(Wein-)Trends sind ein Zeitphänomen.

Weintrends und Entwicklungen könnten dienlich sein, wenn sie nicht von allen so dermaßen überzogen werden würden, wie die Ganztraubenpressung oder die Reduktion.

Es werden ganz bald wieder die Jahre des Bordeaux kommen – auch wenn es gerade nicht so gefragt ist.

Ein gutes Trendbarometer ist, die Dinge zu werten, die gerade out sind. Vergleiche doch einmal das Bordeaux mit dem Burgund. Vor 20 Jahren, jetzt und sicher in 20 Jahren.

Beaujolais ist das beste Beispiel dafür, wo die Karte des Sommeliers gespielt werden kann. Denn entgegen dem Image vertraue ich aufgrund der potenziellen Art der Weine dem Sommelier bei seiner Entdeckung.


Dank unserer Rubrik SOMMELIER & FRIEND bekommen wir absolute Matchmaker der Branche an das Mikrophon, solche Persönlichkeiten wie Greg Lambrecht:

Dank der Schlumberger-Gruppe ist dieses Format möglich – vielen lieben Dank dafür. Die Schlumberger-Gruppe besteht aus den Handelshäusern:

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und für private Weinliebhaber sind die Weine beim Bremer-Weinkolleg erhältlich:

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