KLIMA UND BODEN – SO EINZIGARTIG, WIE DIE WEINE

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Georgien ist von der Fläche her etwa so groß wie Bayern, vereint auf diesem kleinen Raum jedoch drei völlig unterschiedliche Klimazonen: subtropisch-feucht an der Schwarzmeerküste, subkontinental-trocken im Osten und Südosten, alpin in den Hochlagen des Großen Kaukasus. Entscheidend für den Weinbau ist die Schutzfunktion des Kaukasus-Hauptkamms, der mit Gipfeln zwischen 3.000 und über 5.000 Metern (Kasbek 5.054 m, Schchara 5.200 m) kalte sibirische Luftmassen aus dem Norden abschirmt. Das erklärt, warum trotz kontinentaler Grundprägung selbst die östlichen Regionen ein für ihre Breite ungewöhnlich mildes, ausgeglichenes Klima aufweisen.

Kachetien, mit rund 70 bis 77 Prozent der georgischen Weinproduktion die dominante Region, liegt in den Tälern von Alazani und Iori im äußersten Osten. Klimatisch kontinental geprägt: heiße, trockene Sommer, kalte, aber nicht extreme Winter, Jahresdurchschnittstemperatur um 10,5 bis 11 °C, Jahresniederschlag zwischen 400 und 800 mm, mit Spitzen im Mai und Juni und einem trockenen Erntefenster im September. Bodentyp bestimmend sind die sogenannten „zimtfarbenen“ (cinnamonic) Böden entlang des Alazani: sandiger, kalkhaltiger Lehm mit hohem Eisengehalt, der die charakteristische rotbraune Färbung verursacht. Durch das trockene Klima zersetzt sich organisches Material an der Oberfläche rasch, was die Reben zwingt, tief zu wurzeln – ein Faktor, der Mineralität und Konzentration in den Trauben begünstigt. Ergänzend finden sich Schwemmlandböden in den Flussniederungen.

Kartli, das zentrale Plateau um Tiflis entlang des Mtkvari (Kura), zeigt ein ähnlich kontinentales, aber trockeneres und durch die Höhenlage (450–700 m ü. M.) kühleres Klima: warme Tage, spürbar kühlere Nächte, moderater Niederschlag. Die Böden sind heterogener als in Kachetien – kalkhaltige, teils lehmige Schwemmlandböden in den Flussbecken, dazu vulkanisch beeinflusste Partien. Diese Kombination aus Höhe, Temperaturamplitude und Kalkgehalt erklärt die im Vergleich zu Kachetien hellere, elegantere Stilistik der Kartli-Weine – sowohl bei den traditionellen Qvevri-Weinen als auch bei den zunehmend produzierten Schaum- und Grundweinen für die Branntweinherstellung.

Imereti, im westlichen Zentral-Georgien entlang des Rioni, liegt bereits im Übergangsbereich zum mediterran-subtropischen Westklima: feuchter, milder, mit fruchtbaren Schwemmlandböden in den windgeschützten Flusstälern. Die Niederschläge liegen etwas über denen Kachetiens, verteilt über das Jahr. Mikroklimata und Bodentypen variieren hier auf engem Raum stark, was die Vielzahl unterschiedlicher Weinstile innerhalb der Region erklärt.

Racha-Lechkhumi, nordwestlich anschließend entlang von Rioni und Zchenistskali, profitiert von moderaten Niederschlägen (1.000–1.300 mm) und Südlagen an den Hängen – ideale Bedingungen für hohe Zuckergehalte, wie sie die halbsüßen Rotweine der Region voraussetzen.

An der Schwarzmeerküste (Gurien, Adscharien) schließlich herrscht echtes subtropisches Klima: 1.200 bis 2.500 mm Niederschlag jährlich, frostfreie Winter um 4 °C, feucht-warme Sommer um 28 °C – Vegetation mit Palmen, Zypressen und Bambus, ein völlig anderes Terroir als im trockenen Osten.


Let’s go DEEP …. REALLY DEEP


Ein Weinpodcast lebt von den Weinen, die man verkostet und so natürlich auch bei dieser Episode:

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