
Du stehst für die Weinakademie Hamburg – eine Institution, die seit Jahren für strukturierte, international anerkannte Weinausbildung steht, unter anderem mit den Programmen des Wine & Spirit Education Trust. Kein Hokuspokus, kein Halbwissen, sondern saubere Systematik, klare Lehrpläne, sensorische Schulung mit Anspruch. Wer dort lernt, lernt nicht, wie man beeindruckt. Sondern wie man versteht.
Was mich an Dir besonders fasziniert: Deine Haltung zu Wissen. Du behandelst Wein nicht wie eine Bühne für Selbstinszenierung, sondern wie ein kulturelles Gut, das man sich erarbeiten darf. Bei Dir klingt Bildung nicht nach Elfenbeinturm, sondern nach Werkzeugkasten. Weinwissen ist kein Statussymbol, sondern eine Sprache – und Du bringst Menschen bei, sie fließend zu sprechen.
In einer Zeit, in der Buzzwords schneller gären als Most im Hochsommer, setzt Du auf Substanz. Du sprichst über Struktur, Säure, Tannin, Herkunft – nicht als Schlagworte, sondern als Bausteine eines Systems. Verkostung ist für Dich kein poetisches Rätselraten, sondern ein präziser Vorgang: beobachten, analysieren, einordnen. Fast wie Architektur im Glas. Erst wenn das Fundament stimmt, darf man über Schönheit reden.
Und gleichzeitig geht es Dir nie um kalte Analyse. Weinbildung ist für Dich kulturelle Kompetenz. Wer versteht, wie Klima, Boden, Rebsorte und Ausbau zusammenspielen, versteht auch, warum Wein mehr ist als ein Getränk. Er ist Geschichte, Handwerk, Wirtschaftsfaktor, Alltagsbegleiter – manchmal Luxus, manchmal einfach nur ein gut gemachtes Glas am Feierabend.
In unserem Gespräch wurde schnell klar: Die Zukunft der Weinbildung liegt nicht in noch spektakuläreren Tastings oder lauteren Auftritten. Sie liegt in Klarheit. In sauber vermitteltem Wissen. In Menschen, die bereit sind, sich ernsthaft mit Geschmack auseinanderzusetzen. Substanz statt Show.
Du hast einmal sinngemäß deutlich gemacht, dass Systematik nicht dazu da ist, Kreativität zu bremsen, sondern sie überhaupt erst möglich zu machen. Das hat mir gefallen. Denn genau das ist es doch: Wer das Handwerk beherrscht, darf spielen.
In der morgigen Folge sprechen wir über Ausbildung, Verantwortung, sensorische Präzision und darüber, warum fundiertes Weinwissen gerade jetzt wichtiger ist denn je. Es geht um Struktur und Leidenschaft. Um Disziplin und Genuss. Und um die Frage, wie man Menschen für Wein begeistert, ohne ihn zu mystifizieren.
Wenn Du also Lust hast auf ein Gespräch, das mehr Tiefgang als Dekanter-Show bietet, dann hör unbedingt rein.
Morgen wird es lehrreich.
Aber keine Sorge – trocken wird es nicht.
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Ein großes Dankeschön, an unseren Partner, die Schlumberger-Gruppe für die Begleitung und Unterstützung

