
Stell dir vor, du sitzt in einer alten Bodega, der Duft von Eichenfässern hängt in der Luft, und jemand erzählt dir von Weinen, die nicht nur schmecken, sondern ganze Landschaften flüstern – mit einem Augenzwinkern, das dich zum Schmunzeln bringt. Genau so hat sich unser Plausch mit David Schwarzwälder angefühlt, und ab heute könnt ihr’s selbst erleben. Ich bin Silvio, euer Podcast-Guide durch die Weinwelten, und diese Episode ist wie ein unerwarteter Fund in der Kellerecke: Voller Schätze, die man sonst übersieht. David, der Mann, der Spanien-Weine kennt wie ein alter Flamenco-Tänzer seine Schritte, hat uns da hingeführt, wo der Wein nicht nur Getränk ist, sondern ein Stück Kulturraum, der pulsiert.
Davids Weg liest sich wie eine dieser Reiseromane, wo der Protagonist durch Weinberge stolpert und am Ende ein Weiser wird. Vor 37 Jahren hat er als freischaffender Redakteur beim Meininger Verlag angefangen – stell dir vor, ein junger Bursche, der in die Welt der iberischen Tropfen eintaucht und nie mehr rauskommt. Heute lebt er teils in Salamanca, mitten im spanischen Herz, teils im Elsass, und ist einer der schärfsten Beobachter des Sektors. Als Journalist hat er hunderte Artikel, Kritiken und Texte für Zeitschriften wie Weinwirtschaft, Meiningers Weinwelt und Meiningers Sommelier verfasst. Sein Buch „Spanien und seine Weine“ ist das Go-to-Werk, das dir die Seele der Reben erklärt, und als Co-Autor hat er bei Klassikern wie André Dominés „Wein“ mitgewirkt. Aber David ist kein Trockentheoretiker – er ist Erzähler, der mit Witz und einer Prise Ironie durch Masterclasses führt, sei’s für den Sommelierverband Deutschschweiz oder an der Hochschule Geisenheim. Sein analytischer Blick? Der sortiert die Chaos der Regionen, macht aus Geschichte und Landschaft eine greifbare Story.
Für David ist spanischer Wein wie ein altes Tagebuch: Ein Alltagsgetränk, das tief in der regionalen Identität verwurzelt ist. Nimm die Ribera del Duero – da wächst Tempranillo auf 97 Prozent der Fläche, ergibt konzentrierte Rotweine mit Frucht und Alkohol, oft in amerikanischen Barriques ausgebaut. Aber er zeigt, wie Produzenten jetzt anders denken: Weniger Üppigkeit, mehr Eleganz, angepasst an Klimawandel und Nordhänge. Oder La Mancha, dieses Riesenareal mit unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis, wo er das Potenzial hervorhebt, das über Klischees hinausgeht. Und Lanzarote? Vulkanböden, die Mineralität zaubern – David macht klar, warum Spanien mehr ist als Rioja und Priorat. Differenzierung ist sein Mantra: Jede Region hat ihre Mentalität, ihre Böden, ihre Geschichte. Ein Wein aus alten Reben (über 60 Jahre) trägt die Zeit in sich, spiegelt Gesellschaft und Landschaft wider. Es geht um Kontext – warum ein Tropfen aus trockenen Hochplateaus hart und ehrlich schmeckt, während ein anderer aus vulkanischem Grund Feuer atmet.
Weinvermittlung? Für ihn ein Handwerk wie das eines Geschichtenerzählers: Wissen mischt sich mit Beobachtung, Sprache und perfektem Timing. In seinen Dozentenrollen an der Deutschen Wein- und Sommelierschule oder Hotelfachschulen teilt er das – macht Komplexes zugänglich, ohne zu belehren. Denk an eine Verkostung, wo er mit detailliertem Fachwissen durchführt, aber immer mit Humor: Ein Witz über überreife Trauben, und plötzlich verstehst du Tradition vs. Moderne. Als erster Ausländer den „Nariz de Oro“ 1999 zu gewinnen, das war wie ein Passierschein zu den Winzern, mit denen er per Du ist. Und das spanische Verdienstkreuz im April 2025? Ein Ritterschlag für seinen Einsatz.
Diese Folge nimmt dich mit, lässt dich Spanien neu entdecken – emotional, als wärst du mittendrin, intellektuell, mit Aha-Momenten, die im Glas nachklingen. Hört rein, und lasst uns danach über euren Lieblingsfund plaudern. Salud!
David ist SOMMELIER & FRIEND und unsere SOMMELIERs findest Du unter:
Ganz besondere Weingüter haben wir rausgesucht, die wir gerne in der Episode präsentieren.
