
Stell dir vor, du wanderst durch ein verstaubtes, sonniges Dorf in La Mancha, wo der Wind Geschichten von vergangenen Ernten flüstert, und plötzlich macht dir jemand klar, warum dieser einfache Tropfen mehr ist als nur Flüssigkeit – er ist ein Gespräch zwischen Boden und Himmel, das Jahre braucht, um sich zu entfalten. So hat sich unser kürzliches Podcast-Gespräch mit David Schwarzwälder angefühlt, diesem unaufdringlichen Kenner, der die spanischen Weine seit 37 Jahren wie ein geduldiger Chronist begleitet. Als langjähriger Journalist beim Meininger Verlag, mit Beiträgen in Fachblättern wie Weinwirtschaft und Meiningers Sommelier, hat er die Nuancen von Regionen wie den Kanaren oder der Ribera del Duero seziert, ohne je im Rampenlicht zu stehen. Sein Ansatz? Ein Dienst an der Erkenntnis, der wie ein leises Nicken wirkt – informativ, aber nie aufdringlich. Dieser Text ist ein ruhiges Danke an ihn, für eine Episode, die uns allen ein bisschen mehr Raum zum Atmen gegeben hat.
Davids Welt ist voller kleiner Geschichten, die unter der Oberfläche brodeln. Nimm einen Winzer auf den vulkanischen Hängen Lanzarotes, der mit lokalen Sorten ringt, um dem rauen Klima zu trotzen – David hebt so etwas hervor mit einer analytischen Klarheit, die die Fäden zieht, ohne zu zerren. Als Co-Autor bei André Dominés umfassendem „Wein“-Werk und Autor seines eigenen „Spanien und seine Weine“, das die Essenz der iberischen Reben einfängt, lebt er zwischen Salamanca und dem Elsass, wo er die Brücken zwischen Kulturen schlägt. Kein Wunder, dass er als Dozent an Orten wie der Deutschen Wein- und Sommelierschule oder in Masterclasses für Hotelfachschulen wirkt: Seine sprachliche Präzision macht Komplexes handhabbar, wie ein gut balancierter Wein, der nicht überfordert, sondern einlädt. Und das spanische Verdienstkreuz, das ihm im April 2025 zuteilwurde? Ein stiller Beweis für seine Hingabe, die nie um Anerkennung buhlt.
Spanischer Wein wird bei ihm zu einer Beziehung – ein Band zwischen Mensch, Landschaft und Zeit, das Geduld verlangt. Denk an die alten Reben in der Ribera del Duero, über 60 Jahre alt, die auf hohen Plateaus wachsen und harte Winter in sich tragen: David hat ein feines Gespür für diese Zwischentöne, für die Reife, die nicht eilt, sondern wartet. Ob Amphoren-gereifte Tropfen, die Tradition neu atmen, oder Betontanks, die Moderne einweben – er spürt den Kontext, die gesellschaftlichen Schichten, die einen Wein formen. Kein lautes Proklamieren, sondern eine ruhige Autorität, die Tiefe schafft, ohne zu dramatisieren. Humorvoll gesagt: Es ist, als würde er dir eine Karte reichen, auf der die Wege nicht markiert sind, aber du findest sie intuitiv, weil er die Hinweise so platziert hat.
Diese „Schwarzwälder-Schule“ der Weinbetrachtung, die er verkörpert, ist wie ein stiller Raum in einer lauten Welt: Keine Klischees von sonnigen Siestas, kein Getöse um berühmte Appellationen, keine Vereinfachung zu „rot und fruchtig“. Stattdessen Tiefe ohne Pathos – eine Betrachtung, die die Mineralität vulkanischer Böden oder das Potenzial unterschätzter Ecken wie La Mancha entfaltet, mit Pausen dazwischen, die zum Nachdenken einladen. Als erster Ausländer, der 1999 den „Nariz de Oro“ errang, hat er sich Respekt erarbeitet, der auf Beobachtung basiert, nicht auf Show. In seinen Texten für Meiningers Weinwelt zeigt er, wie Klimawandel und Nordhänge die Zukunft formen, immer mit diesem Gespür für das Unausgesprochene.
Wir sind dankbar, dass David Schwarzwälder jetzt zur Podcast-Familie gehört – ein unaufgeregter Zugewinn, der unsere Dialoge mit seiner spanischen Seele nuanciert. Auf weitere Begegnungen, David, wo das Wesentliche im Detail liegt.
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