
Hey Du, komm mit ins Douro-Tal – dorthin, wo das Klima Portwein überhaupt erst möglich macht.
Ohne das Douro-Klima wäre Portwein nur eine nette Idee, aber kein Mythos. Dieses Tal im Norden Portugals ist kein Postkartenidyll, sondern eine landschaftliche Zumutung: steil, schroff, schieferdominiert, im Sommer brütend heiß, im Winter überraschend kühl. Genau diese Extreme sind der Schlüssel. Hier herrscht ein kontinentales Klima mit sehr heißen, trockenen Sommern und vergleichsweise kalten Wintern. Regen fällt kaum während der Vegetationsperiode, sondern fast ausschließlich im Winter. Die Rebe muss kämpfen – und genau das will man.
Die Sommerhitze treibt die Zuckerbildung in den Trauben gnadenlos nach oben. Touriga Nacional, Touriga Franca oder Tinta Roriz entwickeln dicke Schalen, hohe Extraktwerte und enorme phenolische Reife. Das ist kein Zufall, sondern Voraussetzung für die Fortifikation: Nur Trauben mit viel Zucker, Konzentration und Struktur überstehen den Moment, in dem die Gärung abrupt mit Aguardente gestoppt wird. Das Douro liefert dafür perfekte Rohstoffe. Gleichzeitig sorgt die starke Tag-Nacht-Amplitude – tagsüber Hitze, nachts deutliche Abkühlung – dafür, dass Säure erhalten bleibt. Genau diese Spannung verhindert, dass Portwein süß und schwer wird. Er bleibt saftig, präzise und erstaunlich lebendig.
Das Tal selbst ist fein abgestuft. Im westlichen Baixo Corgo ist es etwas milder und feuchter, im Cima Corgo – dem Herzstück großer Ports – heißer und strukturierter, und im Douro Superior schließlich wird es extrem: trocken, heiß, kompromisslos. Diese Zonen prägen Stilistik, Kraft und Langlebigkeit der Weine. Dazu kommen die historischen Terrassen, oft aus nacktem Schiefer gebaut, die Wasser speichern, Hitze reflektieren und Erosion verhindern. Rebbau als Hochleistungssport.
Natürlich ist auch das Douro nicht immun gegen den Klimawandel. Die Temperaturen steigen, Hitzeperioden werden länger, Ernten rücken früher vor. Doch gerade hier zeigt sich die erstaunliche Resilienz des Portweins. Alte Rebstöcke mit tiefen Wurzeln, hohe Lagen, kluge Assemblagen und eine jahrhundertelange Erfahrung im Umgang mit Stress machen das System erstaunlich anpassungsfähig. Portwein ist kein empfindliches Gewächs, sondern ein Überlebenskünstler.
Am Ende schmeckt man das Klima im Glas. Die Hitze liefert Kraft, der Schiefer Spannung, die Nacht Frische. Portwein ist kein Zufallsprodukt, sondern das präzise Ergebnis eines Klimas, das nichts verschenkt – und genau deshalb alles ermöglicht.
Neben dem Podcast präsentieren wir die interessantesten Weinfachfrauen unserer Republik, wie Marie-Helen Krebs:
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