
Nicht wenige wichtige Gedanken gehen bei einer so ausführlichen Folge verloren, daher erlaube ich mir, diese für Dich – zumindest exemplarisch – hier noch einmal aufzulisten:
Ein Sommelier ist in der heutigen Zeit in erster Linie ein Gastgeber, mit einem profunden, guten Wissen, aber vor allem mit enorm viel Empathie.
Wichtig ist, dass ein Sommelier einen Gast, der einen Schoppen trinkt, genauso behandelt wie einen, der einen großen Bordeaux bestellt.
In den 80er Jahren hatte die Trinkkultur einen anderen Stellenwert als heute.
Früher haben 90 % der Gäste in einem Restaurant wie der Ente das Menü gegessen. Es gehörte sich nicht, à la carte zu bestellen.
Ein großes Lehrstück ist, dass tolle Menschen einen im Leben zutiefst prägen.
Es ist nicht verkehrt, wenn ein Sommelier auch den Handel ausprobiert, um auch seinen Horizont zu erweitern.
Sommeliers verlieren nicht selten die Lust an einer Tätigkeit im Handel aufgrund des Pechs, dass sie eingeengt werden und nicht die Freiheit bekommen, ihre Begabung und ihr Wissen an den Mann zu bringen.
Es bedarf der richtigen Menschen, hochwertige Weine zu zelebrieren und an die richtigen Menschen zu bringen.
Ein Sommelier ist der goldene Brückenschlag zwischen dem Weingenießer und hochwertigen Weinen.
Es ist enorm wichtig, Menschen in der Weinwelt zu haben, die es kommunizieren können.
Im Weinfachhandel ist es nie gelungen, den Premiumweinverkäufer zu finden; daher ist es wichtig, die Sommeliers zu fördern.
Nicht zuletzt bei vertrauensvollen Geschäftsbeziehungen ist es enorm wichtig, zwischenmenschliche Kontakte zu haben und dafür zu sorgen, dass diese nach 30 Jahren immer noch funktionieren.
In unserer Branche ist der menschliche Kontakt von enormer Präsenz und Bedeutung.
Klar kategorisiert gibt es auch in unserer Branche zwei Arten von Partnern: die, welche nachhaltig denken und agieren und eine Marke aufbauen möchten, und die, welche kurzfristig agieren und Kompromisse eingehen, mit Preisen und Verbindlichkeiten spielen.
Kritik muss man immer positiv sehen, weil Kritik etwas ist, was dem Gegenüber negativ aufstößt, und dann kann man darüber reden.
Sensorik ist immer etwas sehr Individuelles.
Wir als Sommeliers, also mit unserer Art und dem Wissen vor 40 Jahren, wären heute keine guten Sommeliers mehr. Und doch: Da damals die Brands entscheidend waren, mussten wir bei einem großen Wein aus dem Bordeaux wissen, wie die Jahrgänge der letzten 40 Jahre waren und warum.
Es ist besonders zu sehen, wie unsere Winzer betrachten, wie sie Nachhaltigkeit und eben Fair and Green gesamtheitlich sehen, mit Elektroautos, Mitarbeiter-Treatment und der Betriebsaufstellung, und dieses auch zugleich als Weinimporteur zu spiegeln.
Es ist wichtig, dass wir das Klima in den Griff kriegen, und sehr wichtig, dass wir unseren Teil dazu beitragen.
Unser Job als Importeure ist es auch, ein komplexes Thema wie Wermut oder Sake zu stark herunter zu simplifizieren, damit – ohne die Ernsthaftigkeit zu verlieren – unsere Kunden Lust bekommen, es einmal auszuprobieren.
Es gibt etliche Weinbauländer, die versuchen, auf den deutschen Markt zu kommen, deren Weine wirklich gut sind. An uns liegt es, zu eruieren, wo der Mehrnutzen für unsere Kunden und damit den Endverbraucher liegt.
Gesamtbetrachtet ist Investment in Wein weder Fluch noch Segen für einen Importeur, sondern ein Teil des Konzeptes dieser Weingüter.
Noch mehr Zitate gibt es bei den anderen Sommeliers zu lesen und hier nachzuhören, wie in dieser Folge:
Die Schlumberger-Gruppe begleitet und unterstützt dieses Format. Vielen lieben Dank dafür!

