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Es gibt Menschen, die Wein trinken. Und es gibt Menschen, die Wein verstehen. Der Unterschied liegt nicht im Geldbeutel und auch nicht in der Anzahl besuchter Weinproben – er liegt in der Architektur des Wissens, das dahintersteckt. Ina Finn gehört zur zweiten Sorte. Und sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, anderen dabei zu helfen, dahin zu kommen.
In unserer neuen Podcastfolge haben wir mit der Hamburger Sommelière, Weinpädagogin und Unternehmerin gesprochen – und das Gespräch war so, wie guter Wein sein sollte: komplex, ehrlich und ohne unnötiges Beiwerk.
Vom Hotelbett in den Keller
Während ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau entdeckte Ina Finn ihre Liebe zum Wein – eine dieser Zufälle, die im Nachhinein zwingend wirken. Was folgte, war kein gerader Weg, sondern eine konsequente Vertiefung: Sie sammelte ihr Know-how als Sommelière bei Hendrik Thoma im Hotel Louis C. Jacob in Hamburg sowie auf einigen der besten Weingüter der Welt, darunter Au Bon Climat in Kalifornien und Schloss Proschwitz in ihrer sächsischen Heimat.
Das ist kein Lebenslauf, den man in zwei Sätzen abhandeln sollte. Es ist ein Beleg dafür, dass Weinwissen nicht aus Büchern allein entsteht – sondern aus dem Zusammenspiel von Praxis, Sensorik und dem beharrlichen Wunsch, Dinge wirklich zu begreifen.
Systematik als Handwerk
2002 gründete Finn ihr Unternehmen „Weinkonzepte Ina Finn“, 2006 folgte die Villa Verde in Hamburg – ein Ort, der von Anfang an unter dem Motto „Wein zum Anfassen“ stand. Kein museales Bestaunen edler Flaschen, sondern Vermittlung als Dialog. Sensorik nicht als Selbstzweck, sondern als Sprache – erlernbar, trainierbar, kommunizierbar.
Ina Finn besitzt das WSET-Diploma für Weine und Spirituosen, den WSET-Abschluss Level III für Sake und ist lizenzierte Ausbilderin für WSET Level I bis III – eines der angesehensten internationalen Zertifizierungssysteme der Branche. Außerdem ist sie Bourgogne Wine Ambassador. Diese Qualifikationen sind keine Trophäen. Sie sind das strukturelle Gerüst, auf dem fundierte Weinpädagogik aufgebaut wird.
Zwei Bücher. Ein Anliegen.
Wer ernsthaft lehren will, muss auch erklären können. 2013 erschien Ina Finns erstes Weinbuch „Weinwissen – in zwei Tagen zum Kenner“ im Hallwag Verlag; 2017 folgte ein weiteres Buch für die Stiftung Warentest in der Reihe Warenkunde. Zwei sehr unterschiedliche Formate – dasselbe Anliegen: Wein zugänglich zu machen, ohne ihn zu infantilisieren. Das ist schwieriger, als es klingt.
Die Weinbranche bewegt sich seit Jahren in einem Spannungsfeld: auf der einen Seite der Wunsch nach Authentizität und kultureller Tiefe, auf der anderen eine Marketingsprache, die Wein zum ästhetischen Accessoire reduziert. Finn interessiert sich für Ersteres.
Eine Akademie als Antwort
Gemeinsam mit Elisabeth Neumüller gründete sie 2024 die Wine Academy Hamburg – mit einem Angebot, das von Schnupperkursen bis zum IHK-geprüften Sommelier reicht. Das erklärte Ziel: das Kursangebot auf die Bedürfnisse und zeitlichen Ressourcen der Teilnehmenden auszurichten. Bildung als Architektur, die sich dem Menschen anpasst, nicht umgekehrt.
Was uns in unserem Gespräch besonders beschäftigt hat: die Frage, warum strukturierte Weinausbildung in einer Branche, die so stark von Emotion und Insiderwissen geprägt ist, immer noch unterbewertet wird. Und was es bedeutet, wenn man Menschen nicht nur Fakten beibringt, sondern ihnen ein Werkzeug gibt, mit dem sie selbst urteilen können.
Darüber – und über Bourgogne, Sake, kritisches Verkosten und die Unterschiede zwischen Wissensvermittlung und echtem Lehren – hört ihr mehr in der neuen Folge.
Jetzt überall, wo es Podcasts gibt.
Weinwissen ist kein Lifestyle, dass wusste auch:
Diese ganz besonderen Weingüter unterstützen und begleiten diese Episode, vielen lieben Dank dafür.

